Verzierte Holzbalken eines Fachwerkhauses in Nauheim

Typische Fachwerkbalken mit dekorierten Füllhölzern – die Gefache zwischen den Balken wurden traditionell mit Lehm und Stroh ausgefüllt. (Quelle: Wikimedia Commons, CC)

Was sind Gefache?

Als Gefache bezeichnet man die von Holzbalken umrahmten Felder in einem Fachwerk. Sie haben keine tragende Funktion, erfüllen jedoch wichtige Aufgaben als Wettersch­utz, Wärmeschutz und Raumabschluss. Die traditionelle Ausfachung bestand aus einem Flechtwerk (Stakung) aus Holzlatten oder Strohgeflecht, das beidseitig mit Lehmputz verstrichen wurde.

Historische Ausfachungsmaterialien

Lehmstakenausfachung

Die älteste und verbreitetste Methode war die Stakung: Holzstäbe wurden in die ausgesparten Nuten der Balken eingeschlagen, dann mit Stroh umwickelt und mit Lehm beworfen. Nach dem Trocknen erhielt das Gefach eine glatte Oberfläche und wurde gekalkt oder mit Lehmputz geglättet. Diese Ausfachung ist diffusionsoffen und reguliert aktiv die Raumfeuchte.

Ziegelausfachung

Ab dem 18. und 19. Jahrhundert wurde zunehmend auf gemauerte Ziegelausfachungen umgestellt. Diese sind dauerhafter, erfordern aber eine sorgfältige Anpassung an die Holzrahmen, da Ziegelmauerwerk starr ist und sich Holz setzt und bewegt. Fehlende Fuge zwischen Holz und Ziegel führt zu Rissen.

Instandsetzung: Materialwahl

Bei der Instandsetzung von Gefachen ist die Materialwahl entscheidend. Folgende Grundsätze gelten allgemein als Stand der Technik im historischen Holzbau:

Wärmeschutz in Gefachen

Historische Lehmausfachungen erfüllen moderne Wärmedämmvorgaben häufig nicht. Bei nicht denkmalgeschützten Häusern können die Gefache mit Lehmplatten, Holzweichfaserplatten oder mineralischen Dämmputzen verbessert werden. Bei Denkmalschutz-Objekten gelten besondere Einschränkungen.

Denkmalschutz: Was ist zu beachten?

Fachwerkhäuser, die unter Denkmalschutz stehen, unterliegen der jeweiligen Landesdenkmalpflege. Vor jeder Instandsetzung, die das Erscheinungsbild oder die Substanz des Gebäudes verändert, ist eine Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde erforderlich.

In der Regel gilt:

Typische Schadensbilder

Häufige Schäden an Gefachen:

Weiterführende Quelle:

ICOMOS Deutschland – Internationaler Rat für Denkmalpflege

Weiterführende Themen: Holzbalken prüfen · Feuchteschutz