Historisches Fachwerkhaus Haus Ahrens in Hopsten

Historisches Gebäude in Hopsten (Nordrhein-Westfalen) – ein Beispiel für erhaltene Fachwerkbauweise des 18. Jahrhunderts. (Quelle: Wikimedia Commons, CC)

Das Grundprinzip: Diffusionsoffene Bauweise

Traditionelle Fachwerkhäuser funktionieren nach dem Prinzip der Pufferwirkung: Die Baustoffe (Lehm, Holz, Kalk) nehmen Feuchtigkeit auf, speichern sie und geben sie bei trockenerem Klima wieder ab. Dieses System funktioniert ohne Dampfsperren oder Folienkonstruktionen.

Problematisch wird es, wenn bei der Sanierung dampfdichte Materialien eingebaut werden. Das Dampfdruckgefälle, das normalerweise die Feuchte durch die Wand nach außen transportiert, wird unterbrochen. Feuchtigkeit staut sich im Holzrahmen – genau dort, wo sie am meisten Schaden anrichtet.

Quellen von Feuchtigkeit im Fachwerkhaus

Schlagregen und Außenfeuchtigkeit

Schlagregen ist eine der häufigsten Ursachen für Feuchteeinträge in Gefachen. Beschädigte oder fehlende Außenputze, rissige Holzanschlüsse und fehlende Dachüberständen erhöhen die Schlagregenbeanspruchung. Die DIN 4108-3 enthält Angaben zur Schlagregenbeanspruchung nach Klimaregionen.

Aufsteigende Feuchtigkeit

Schwellbalken, die auf Mauerwerk oder direkt auf dem Fundament auflagern, sind besonders gefährdet. Fehlt eine horizontale Sperrschicht (früher oft Schieferplatten), kann Bodenfeuchte kapillar aufsteigen. Sichtbar wird das oft erst, wenn Fäulnis weit fortgeschritten ist.

Kondensation durch Nutzung

Wird ein historisches Fachwerkhaus thermisch stark verbessert, ohne die Diffusionseigenschaften der Wandkonstruktion anzupassen, kann Innenluftfeuchtigkeit an kälteren Bauteilbereichen kondensieren. Dies betrifft besonders Bereiche an Wärmebrücken wie Holzbalken und Fensteranschlüssen.

Reihenfolge bei der Feuchteanalyse

1. Außenschalen prüfen (Putz, Fenster, Dachüberstand)
2. Sockel und Schwellbalken untersuchen
3. Holzfeuchte messen (Zielwert unter 18 %)
4. Innenklima beurteilen (Nutzungsbedingte Feuchtequellen)
5. Schimmel suchen (hinter Verkleidungen, in Ecken)

Sanierung: Was ist erlaubt, was ist riskant?

Geeignete Maßnahmen

Riskante oder ungeeignete Maßnahmen

Normen und Quellen

Für Wärmeschutz und Feuchteschutz im Sanierungsfall relevant sind unter anderem:

Weiterführende Quelle:

WTA – Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege

Weiterführende Themen: Holzbalken prüfen · Gefache ausbessern